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TU Berlin

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Teilprojekt A05 "Biographien der Mittelschichten: Raumbezüge im Wandel des Lebens" im Rahmen des SFB 1265 "Re-Figuration von Räumen"

Das Teilprojekt fragt nach biographischen Raumkonstitutionen von Mittelschichtsangehörigen. Welches subjektivierte Raumwissen als Orientierungswissen entsteht vor dem Hintergrund räumlicher Re-Figuration und wird von Menschen aus einer biographischen Perspektive handlungsrelevant gemacht? Biographie bezeichnet dabei eine Perspektive, aus der Menschen ihr Leben als Gesamtheit in den Blick nehmen. Eine biographische Perspektive wird besonders in Situationen relevant, in welchen Entscheidungen anstehen, die das eigene Leben betreffen oder es fundamental verändern können. Biographische Forschung eignet sich daher besonders, um die Aus- wirkungen von strukturellen Verschiebungen auf die Weltverhältnisse von Subjekten zu erfassen.

Das Projekt legt den Fokus auf biographische Raumkonstitutionen von Mittelschichtsangehörigen in Kenia und Deutschland. Bei Angehörigen der Mittelschicht kann davon ausgegangen werden, dass Veränderungen von Raumstrukturen des Akkumulationsregimes deutlichen Einfluss auf das Raumwissen der Subjekte entfalten: Dafür sorgt die Orientierung der Mittelschicht an den Anfor- derungen des Erwerbsarbeitslebens, dessen Organisation seinerseits mehr und mehr geprägt ist von den transnationalen Bezügen eines globalen flexibilisierten Akkumulationsregimes. Gleichzeitig sind Mittelschichtsangehörige gerade hinsichtlich der Reproduktionssphäre stark eingebunden in lokale Netzwerke mit ihren spezifischen Kulturen und Bedeutungssystemen. Es wird davon ausgegangen, dass die biographischen Raumkonstitutionen der Subjekte als Lösungsstrategien in diesem Spannungsfeld zu lesen sind. Daher eignen sie sich besonders, um – im Sinne der Zielsetzung des SFB – soziale Veränderungen durch die Analyse von subjektiviertem, räumlichen Orientierungswissen besser zu verstehen. Gefragt wird also explorativ nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden in den biographischen Raumkonstitutionen von Mittelschichtsangehörigen, die als empirische Typen rekonstruiert werden. Dabei wird in Kenia eine weitgehend innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte und ohne sozialstaatliche Rahmung entstandene Mittelschicht in den Blick genommen, während das Sample in Deutschland eine in der westlichen Moderne entstan- dene Mittelschicht in den Fokus rückt. Eine Prozessperspektive auf die Veränderung von biogra- phischen Raumkonstitutionen wird durch den Vergleich zweier Alterskohorten generiert.

Ziele sind:
1. Eine Typologie räumlich-biographischer Weltbezüge von Mittelschichtsangehörigen.
2. Thesen zu den Entstehungsbedingungen dieser subjektivierten Weltbezüge vor dem Hintergrund räumlicher Re-Figurationsprozesse.
3. (in späteren Projektphasen) Verallgemeinerung der Typologie in globalem Maßstab und eine konzeptionell-theoretische Fassung des Verhältnis- ses von subjektivierter, biographischer Raumkonstitution zu Mediatisierung, Translokalisierung und damit zu der Re-Figuration räumlicher Makrostrukturen. Methodisch folgt aus diesem Er- kenntnisinteresse ein exploratives Forschungsdesign, das es erlaubt, auf Basis qualitativer Daten (narrativ-biographischer Interviews) biographische Raumkonstitutionen zu rekonstruieren.

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